FC Schalke 04  Leichtathletik
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Die Geschichte des Vereins – 1964, Teil 2

Das Jahr 1964 der Geschichte unseres Vereins, zusammengestellt von Gerd Peine.

Zur Übersicht der Vereinsgeschichte gelangt man hier.

Schalker Leichtathletin wurde Miß Nordrhein Westfalen 1964

Sie heißt Victoria Peifer ist 18 Jahre jung, kaufmännische Angestellte und wohnt in der Germanenstr. in Bulmke-Hüllen. Das Ria zur Schönsten der Schönen gewählt wurde, war eigentlich zu erwarten. Denn immerhin ist sie aktive Leichtathletin des FC Schalke 04 und da sind schöne Mädchen wahrlich keine Seltenheit. Vorerst muß der FC Schalke 04 aber auf die Trainingsstunden mit ihr verzichten, jetzt hat sie zunächst die Verpflichtungen einer Schönheitskönigin zu erfüllen.

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Wer ist die Hübscheste in Nordrhein-Westfalen? Natürlich auch eine Schalker Leichtathletin.

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Für ihre hervorragenden Leistungen bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin wurden Erika Pollmann und Reinhild Nietmann für die Olympiaausscheidungskämpfe gegen die Ostzone nominiert.

Im Berliner Olympiastadion startete Erika Pollmann über 100 m.
Im ersten Vorlauf siegte Erika in 11,6 sec. vor Hannelore Raepke.
Für den Endlauf hatten sich Renate Meyer-Rose (West), Hannelore Raepke (Ost), Erika Pollmann West), Martha Pensberger (West) und Gundula Diel (Ost) qualifiziert.
Nach einem Fehlstart von Martha Pensberger gewann Erika Pollmann knapp vor Meyer-Rose.
Für die drei Erstplazierten wurde 11,5 sec. gestoppt. Alle drei werden bei den Olympischen Spielen über 100 m starten.

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v.l. Pollmann, Pensberger, Diel, Raepke, Meyer-Rose

Am 29. und 30. August wurde im Ernst-Abbe-Stadion in Jena der zweite Teil der gesamtdeutschen Leichtathletik-Olympiaqualifikation durchgeführt. Erika Pollmann startete im 200 -m-Lauf und in der 4 x 100-m-Staffel. Reinhild Nietmann ging über 400 m an den Start. Erika belegte im zweiten Vorlauf über 200 m in 24,5 sec. den zweiten Platz. Jutta Heine gewann ihren Vorlauf in 24,0 sec. Außerdem hatte sich noch Martha Pensberger für den Endlauf qualifiziert. Von der Zone ereichten Heilwig Jacop, Gisela Birkemeyer und Ingrid Schneider den Endlauf. Erika Pollmann wurde Dritte in persönlicher Bestzeit mit 23,9 sec.
Reinhild Nietmann erreichte im Vorlauf über 400 Meter mit 56,7 sec. den Endlauf. Den Endlauf gewann. Gertrud Schmidt ( Ostzone) im 55,5 sec. Reinhild verpasste die Qualifikation als Sechste.

In der Besetzung Renate Meyer-Rose, Erika Pollmann, Martha Pensberger und Jutta Heine gewannen die Frauen die 4 x 100-m-Staffel gegen die Zone in 44,8 sec.

Beim Länderkampf der Frauen Polen – Deutschland am 13. September 1964 in Lodz, lief die Frauen-Nationalstaffel mit Renate Meyer-Rose ( Hannover 96), Erika Pollmann ( Schalke 04),
Martha Pensberger ( München 1860) und Jutta Heine ( ASV Köln) mit 44,5 sec. einen neuen gesamtdeutschen Rekord. Die polnischen Frauen liefen einen neuen Weltrekord in 44,2 sec.

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Erika Pollmann freut sich auf Tokio.

Zur Verabschiedung von Erika Pollmann fanden sich in der Glückauf-Kampfbahn ein:
v.l. Trainer Rudi Flaßkamp, die Vorstandsmitglieder Lendzian und Jaßner, Günter Rost, der Verlobte von Erika Pollmann, Erika Pollmann, Karl-Heinz Stelter, der Leichtathletik-Obmann des FC Schalke 04, Vorsitzender Szepan, Sportwart Karl Gehrke und Ehrenvorsitzender Pienek.

Erika Pollmann kehrt ohne Medaille aus Tokio zurück

Erika fuhr nicht ganz ohne Medaillenhoffnungen nach Tokio, denn zumindest mit der 4 x 100-m- Staffel hatte sie eine echte Chance. Doch dann kamen die entscheidenden Tage und Stunden und ihr Traum zerrann in Nichts. Über 100 m kam sie erst gar nicht zum Laufen. Zwei Fehlstarts – und schon war ihr erster Auftritt vorbei. Aber das bei einer so jungen Läuferin mal die Nerven versagen, ist durchaus nachzuvollziehen.

Auf der 200-m-Strecke belegte Erika im Vorlauf den 4. Platz mit 24,2 Sekunden. Damit konnte sie nicht in den Zwischenlauf vordringen. Damit blieb nur noch die Hoffnung in der 4 x 100 m-Staffel. Hier kam die durch Verletzungen geschwächte Staffel durch einen 2. Platz hinter der USA-Staffel in den Endlauf. Hier reichte es trotz guter Leistung in der Besetzung Frisch, Pollmann, Pensberger und Heine in 44,7 Sekunden nur zum 5. Platz.

Trotz allem Mißgeschick wird es für Erika ein unvergessliches Erlebnis bleiben.
Nach den Olympischen Spielen standen noch Wettkämpfe in Hongkong auf dem Programm.

Die Leichtathletik-Saison ist zu Ende. Das Hallentraining läuft schon auf vollen Touren. Die Mehrzahl der Aktiven haben unter Trainer Rudi Flaßkamp ihren Trainingsrhytmus wieder aufgenommen um sich auf die Wettkampfsaison 1965 vorzubereiten. Am 8.11.1964 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung der Schalker Leichtathleten statt. Dabei waren die Vorstandsmitglieder des Hauptvereins Hatlauf und Weiser. Herr und Frau Stelter, die Obleute der vergangenen Jahre, stellten sich diesmal nicht zur Wahl.
Im Namen der Mitglieder würdigte Jochen Heienbrock ihre verdienstvolle Vereinsarbeit. Die Neuwahlen ergaben, daß für die kommenden 2 Jahre Willi Riepe als Obmann und Klaus Glowatsch als Kassierer die Leitung der Abteilung übernehmen werden. Wiedergewählt wurden Karl Gehrke als Sportwart und Hans Krause als Jugendwart. Dietmar Schäfer wurde stellvertretender Obmann.

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Links Obmann Willi Riepe, Rechts unser Alterssportler Albert Wolpers (Klicken für größere Version.)

Sportwart Gehrke berichtete über die Erfolge unserer Aktiven seit der Neugründung 1952. Die Jugend errang folgende Titel: fünf Deutsche Meisterschaften, drei deutsche Vizemeisterschaften, sieben westdeutsche Meisterschaften, 18 Westfalenmeisterschaften; bei den Frauen und Männer: eine Deutsche Meisterschaft, zwei Deutsche Juniorenmeisterschaften, acht Deutsche Vizemeisterschaften, 17 westdeutsche Meisterschaften und 27 Westfalenmeisterschaften.
Damit ist der FC Schalke 04 nach dem OSV Hörde der erfogreichste Leichtathletik- Verein in Westfalen. Sechs aktive Mitglieder trugen schon das Nationaltrikot und vertraten die Bundesrepublik bei Länderkämpfen.

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Am Erfolg der Schalker Leichtathleten maßgeblich beteiligt: Trainer Rudi Flaßkamp, hier mit der von ihm betreuten Olympia-Sprinterin Erika Pollmann.

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Artikel

von Gerd Peine am 13.01.13 in Verein

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